Wintergarten

Wintergärten – Grundsätzliches

Beim Wintergarten handelt es sich nicht um einen Garten im konventionellen Sinn, sondern um eine lichtdurchflutete Anbauform, die dem Hausbesitzer einen Mehrwert bietet. Der Anbau, der überwiegend aus Glaselementen besteht, stellt eine Erweiterung der Wohnräume dar und vermittelt ein Wohngefühl der besonderen Art, welches man häufig mit dem Konzept des „Offenen Wohnens“ umschreibt, das Einsichten von Außen und Aussichten von Drinnen bietet.

Auf den ersten Blick scheint die Bezeichnung „Wintergarten“ ein Sinnwiderspruch zu sein. Zum einen ist der Winter die Jahreszeit, welche man am Wenigsten mit Garten in Verbindung bringen würde und zum anderen hat man bei Garten doch eher die Monate von April bis Oktober vor Augen. Und die fallen nun mal nicht in die namensgebende Jahreszeit. Trotz alledem weckt das Kompositum aus Winter und Garten stets angenehme Gedanken in Bezug auf die wärmeren Monate des Jahres. Und dies ist eine der Grundideen des Wintergartens, für die einfach jeder empfänglich ist.

Auf die Bedürfnisse der Pflanzen achten

Durch seine lichtdurchlässige Bauweise ist er wie geschaffen für die Dekoration mit Pflanzen, die bekanntermaßen das Licht lieben. In der kälteren Jahreszeit, wenn ein Aufenthalt im Freien auf der Terrasse nicht möglich ist, kann man im Wintergarten trotzdem den Garten genießen und sich ein Stück von der Jahreszeit bewahren, die einen Aufenthalt im Freien zulässt.

Als Übergang zwischen Wohnraum und Garten vermittelt er ein naturnahes Wohngefühl und die großflächige Glaskonstruktion sorgt dafür, dass besonders viel Tageslicht einfallen kann. Dadurch ist es im Wintergarten selbst an trüben Tagen immer noch heller wie in der Wohnung und Tätigkeiten wie Zeitungslesen sind ohne Zusatzbeleuchtung möglich. Bei Sonneneinstrahlung entsteht eine wohlige Temperierung, die die Außentemperaturen vergessen lassen

Angenehme Temperierung im Winter entsteht durch die Sonneneinstrahlung, sofern der Wintergarten nicht als Teil der gesamten Wohnung mitbeheizt wird.

Sein Besitzer profitiert von ihm in vielerlei Hinsicht. Als Aufenthaltsraum stiftet er einen unmittelbaren Nutzen. Ferner bewirkt er eine Wertsteigerung der Immobilie und erhöht ihre Attraktivität in Bezug auf Vermietung oder Verkauf. Die ideelle Wertschätzung, die einem Wintergarten zuteil wird, schlägt sich somit auch in der materiellen Wertbestimmung der Immobilie nieder.

Er ist somit keine Baumaßnahme, die für optische Verschönerungszwecke angegangen wird, sondern zur Steigerung der Wohn- und Lebensqualität.

Wintergarten als Wertsteigerung

Somit ist die Investition in einen Wintergarten auch stets gut angelegtes Geld. Aus der besonderen Wohnkultur, die mit Wintergärten in Verbindung gebracht wird, werden im allgemeinen Rückschlüsse positiver Art in Bezug auf die Individualität seines Besitzers gezogen. Der Wintergarten ist weniger ein Prestigeobjekt, sondern bedeutet für den Besitzer ein Stück Lebensqualität.

Auch im gewerblichen Bereich hat sich der Wintergarten zu einer äußerst beliebten Raumform entwickelt, wie in der gesamten Gastronomie. Kaum ein gutes Restaurant oder Hotel, das seinen Gästen keine derartigen Plätze zur Einnahme von Speisen oder Drinks anbieten könnte. Für die Gastronomie ist das zusätzliche Platzangebot eines Wintergartens eine ideales, da zusätzliches Platzreservoir in jeder Jahreszeit. In den Wintermonaten bietet der Wintergarten zusätzliche Plätze sofern das Angebot im Innenrestaurant nicht ausreicht. In den Sommermonaten bei schönem Wetter bietet der Wintergarten die bessere Ausweichalternative gegenüber geschlossenen Räumen. Zumal sich viele Wintergärten im Handumdrehen durch Öffnung des Dachkonstruktion vielfach direkt in einen quasi offenen Raum verwandeln lassen, sofern er über entsprechende Schiebevorrichtungen für die Dachglaskonstruktion verfügt.

Das angenehme Klima und das viele Tageslicht ist auch ein Grund weshalb sich die Seminar- und Tagungsstätten vieler Unternehmen häufig in wintergartenähnlichen Anbauten befinden. Gegen allzu starke Sonneneinstrahlung sind ausreichend Vorrichtungen vorhanden, die eine blendfreie Kommunikation ermöglichen. Auch Kantinen werden gerne in Wintergärten untergebracht.

Geschichte des Wintergartens

Der Wintergarten so wie man ihn heute kennt hat seinen Ursprung in England. Dort entwickelten sich im 18 Jahrhundert zahlreiche luxuriöse Anbauten an Häuser, welche nur für die Wohlhabenden erschwinglich waren. Vorläufer des Wintergartens gehen auf die Antike zurück, in der ebenfalls Bauten für die Kultivierung von Pflanzen errichtet wurden, welche die passive Sonnenenergie nutzten. Die Kolonialzeit brachte Formen hervor, die dem Anbau eingeführter exotischer Pflanzen und Früchte aus den Überseegebieten der Kolonialmächte dienten.

Nachhaltige stilistische Ausprägungen erfuhr der Wintergarten im viktorianischen Zeitalter, als Orangerien sich allerorten einer stark wachsenden Popularität erfreuten. Die Glas-Stahl-Konstruktionen waren reichhaltig im Stil der Zeit verziert und wurden Teil einer Epoche bildenden Architekturform, die sich auf dem gesamten europäischen Kontinent ausbreitete. Verglaste Gewächs- und Palmenhäusern wurden zum Charakteristikum Botanischer Gärten und zeugen von jener Zeit, die der Architektur nachhaltige Impulse verlieh.

Seit dieser Zeit wurden die Wintergärten erstmals als Räumlichkeiten benutzt, in der sich Menschen aufhielten und miteinander kommunizierten. Es waren somit keine reinen Ausstellungsräume für Grünpflanzen mehr, sondern ausgestattet mit Tischen, Stühlen und Bänken vermittelten sie den Menschen ein völlig neues Wohn- und Lebensgefühl.

Bis in die 1930er Jahre hinein waren Wintergärten im klassischen Baustil auch in Deutschland überaus populär. Die Wintergärten unserer Tage sind hingegen weniger ein Ausdruck nostalgischer Rückbesinnung, sondern die Hinwendung zu neuen Architekturformen. Infolge der Ölkrise in den 1970er Jahren und dem gewachsenen ökologischen Bewusstsein wurde das Sonnenlicht als Energiequelle und damit das Baumaterial Glas auch in der Architektur neu entdeckt.

Im Verlauf der Entwicklung bildete sich der Wohn-Wintergarten heraus, der als Erweiterung der Wohnräumlichkeiten fungiert.

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